Start auf der 13, noch ein Tiefanflug in Gegenrichtung, dann geht es mit Kurs Nordwest über die Coastline von Peloponnes bis Andravida und über den Golf von Patras auf das griechische Festland. Wir passieren den Flughafen Aktio bei Preveza am Ambrakischen Golf und beginnen zu steigen, die Gipfel im Pindosgebirge reichen über 6.000ft, auf den Nordseiten liegt noch Schnee.
Ioannina ist die Hauptstadt der Region Epirus. Wir sind für die 32 direct freigegeben, die Piste ist bereits in Sicht während wir den Pamvotida- See überfliegen. Was fehlt ist eine Platzrundenkurve, die Formation schießt durcheinander als vorne der Speed rausgenommen wird, ein paar Holdings und Go-Arrounds, ich atme auf als ich neben 2 Jets unsere 6 Flieger auf dem Vorfeld zähle.
Wieder werden wir von Skyserve abgefertigt, 29 € je Flieger ist fast schon unglaublich. Nett, zügig, effizient: Ioannina hatte schon einen guten Ruf aber das ist ja schon fast irre.
Ioannina- Fondone
Mit dem Tower vereinbaren wir sofort nach dem Start einen Halbkreis rechts auf Kurs 160° zu drehen und der parallel zur Piste aufsteigenden Gebirgswand zu folgen. Sobald wir das Seeufer erreichen, drehen wir links in Richtung Kalambaka ab. Ostkurs, wieder Schnee an den Nordhängen, vor uns liegen die oben auf die Felsen gebauten Meteora- Klöster mit ihren roten Dächern östlich des Pindos-Gebirges, es ist unglaublich. Zwei Kreise und hunderte Fotos später fliegen wir mit Westkurs ab und passieren wiederum Ioannina in Richtung Adriaküste. Albanien wird gestreift und so wird Italien das neunte Land auf dieser Reise. Turbulenzen und Thermik lassen schlagartig nach als wir die Küste überfliegen. Noch 70 Meilen über Wasser, Kekira Aproach übergibt uns an Brindisi und damit steigt die Gewissheit, dass es heute Abend original italienischen Cappucino zur Antipasti geben wird. So leicht sollte es dann doch nicht sein, Nummer Zwei meldet mit der Lässigkeit eines Airlinerpiloten final runway one fife aber leider ohne Fahrwerk, und so gehen die restlichen Vier für die nächste halbe Stunde ins Holding, wenigstens an der Küste und in 900ft. Derweil wird allererste Schadensbegrenzung betrieben und Georg gibt gemeinsam mit den örtlichen Aviateuren das restliche Stückchen Piste zur Landung frei.
Mein Anruf bei Tobi beginnt mit dem Satz "Da waren´s nur noch 5". Mit möglicherweise selektiver Wahrnehmung habe ich- als Hangareigner sieht man sowas - Dollarzeichen in den Augen des Flugplatzchefs gesehen als es um das Abstellen des Havaristen ging. Während dieser auf die 3 unversehrten Füße gestellt und befundet wird, geistern kreative Ideen vom fliegendem Rettungseinsatz über LKW, Eisenbahn, Anzünden und Sofortverkauf vor Ort zwischen den Ohren unserer Crew. Tatsächlich ist der Flieger bis auf den Propeller in Ordnung, ein paar Mängelchen wie Kühlwasser werden nicht überbewertet sondern auf pragmatische Weise abgestellt, natürlich unter Beachtung wertvoller Hinweise des örtlichen Superschraubers. Das alles führt dazu, dass wir etwas später als gedacht zum Spiaggibella Resort kommen, Palmen, wunderschöner Sandstrand, blaues Meer, Cappucino; das Hotel hat schon bessere Zeiten erlebt. Tobi rettet die Mission in dem er zwei Propellerblätter einpackt und sich auf den Weg zum BER begibt, für morgen früh bestellen wir zwei Taxis: einmal Airport Brindisi um den Retter abzuholen, der Rest nach Fondone auf den Aviosuperficie zwecks Vorbereitung der doppelten Transplantation. Während wir den Sonnenuntergang bei italienischem Wein genießen, sitzt Tobi über den Alpen mit 320kts in der Embraer E195 in Flugfläche 300 auf dem Weg nach Brindisi. Alles wird gut werden und das ahnten wir auch schon.
1. Leg
LGEP Epitalio - LGIO Ioannina
Plan
Mit freundlicher Genehmigung von SkyDemon
Flugroute
Mit freundlicher Genehmigung von SkyDemon
2. Leg
LGIO Ioannina - LINK Fondone
Plan:
geplanter Ausflug Ioannina -Mit freundlicher Genehmigung von SkyDemon