Immer noch Urlaub, auch dieser Tag beginnt gemütlich, später teilen wir uns auf. Jochen, Georg und ich holen Sprit, der Rest kommt mit dem Gepäck auf den Flugplatz. Das Elektrotaxi von Volkswagen stinkt wegen eines undichten Kanisters, so unauffällig wie möglich stellen wir den Kraftstoff vor dem Flugplatzeingang ab. Noch ist niemand da, der Platz öffnet erst 14:00 Uhr.
Als erstes kommt die Türmerin, so richtig symphatisch will die Bekanntschaft nicht werden, kurz darauf kommt Varvara von Skyserve und lässt uns auf das Vorfeld. Wir tanken so heimlich wie das eben geht- wer soll schon die Kanister mit Schüttelschläuchen auf den Tragflächen sehen. Im Office warten auf jeden Piloten 3 oder 4 Zettel mit Durchschlägen welche persönlich zu unterschreiben sind, 29 € je Flieger, wieder kein Kostenschock, alle Resourcen für das Segelboot! Schwimmwesten an und ab in die Cockpits!
So schnell geht’s auch wieder nicht: Runway one fife, one by one! Dies beinhaltet sogar die Startup-Sequenz, das heißt also 6x Warmlaufen, separates Taxi, separates lining up, separater Takeoff. Ok, dann eben so. Die ersten Maschinen sammeln sich über dem venezianischen Kastell in 2.000ft und so verzögert sich der Flug nach Sitia um reichliche 20 Minuten. Als der letzte Flieger startet- der erste hat 20 Runden hinter sich- dreht die Formation auf 188°, Kreta, Sitia, wir kommen! 83 nautische Meilen über Wasser, eine knappe Stunde Flugzeit, gerade mal 4 kleine Inselchen tauchen auf, Meer und Himmel sind wunderschön blau und verschwimmen am Horizont. Stolz wie ein Flugzeuträger liegt der Flughafen Sitia auf der aufragenden Halbinsel, Direktanflug auf die 23, also über Wasser. Alle 6 sauber im Gänsemarsch abgerollt und schon wieder stehen Skyserve-Leute um uns herum, jedenfalls bis die ATR 72 von Olympic landet- was dann die Landung Nummer 7 heute Nachmittag auf diesem Airport ist. Diese wird übrigens mit bemerkenswerter Effizienz abgefertigt während die immobile, nagelneue BP-Tankstelle mit maximal bürokratisierter Digitalisierung 20 Minuten (in Worten: zwanzig!) zum Betanken von je einem Fliegerchen benötigt, inklusive AVGAS-Aufkleber mit Foto und Totale mit Kenner, sensationellem Papierberg und das zu wirklich ressourcenschädigenden Inselpreisen. Müsste man diese Zeit auf die Flugdauer aufschlagen, wären wir von Astypalea mit dem Ruderboot schneller gewesen. Ich fahre mit jemand vom Bodenpersonal im Gepäckschlepper Anbindegewichte holen. In der Zeit werden die Motoren gecheckt und kleine Wartungsarbeiten erledigt, wir haben ja Zeit und müssen nicht rudern. Gefühlt Jahre später verlassen wir in 2 Taxis das gewaltige leere Flughafengebäude, Hotel an der Marina, Landebier, gutes Essen an der Kaimauer bei toller Stimmung am südlichsten Punkt der Reise.